Die Stadt Zwickau

Automobil- und Robert-Schumann-Stadt

Mit knapp 90.000 Einwohnern ist Zwickau nach Dresden, Leipzig und Chemnitz die viertgrößte Stadt des Freistaates Sachsen – und als Oberzentrum das wirtschaftliche und kulturelle Herz Westsachsens. Über 900 Jahre Stadtgeschichte, geprägt von Tuchmachern, Bergleuten, Ingenieuren und einem Komponisten von Weltrang: Wer Zwickau auf das Auto reduziert, hat die halbe Geschichte verpasst. Wobei – auch die automobile Hälfte kann sich mehr als sehen lassen.

Wo „Horch!" zu Audi wurde

1904 gründete August Horch in Zwickau seine Motorwagenwerke und legte damit den Grundstein für die westsächsische Automobilindustrie. Als er sein Unternehmen nach einem Zerwürfnis verlassen musste und ein neues gründete, durfte er seinen eigenen Namen nicht mehr verwenden. Die Lösung war so einfach wie genial: „Horch" wurde kurzerhand ins Lateinische übersetzt – und Audi war geboren. Zwei Weltmarken aus einer Stadt, entstanden aus einem Streit: Das muss man erst einmal schaffen.

Die Geschichte ging weiter: In den 1930er Jahren sorgten die Rennwagen der Auto Union für Furore, ab 1957 rollte der Trabant vom Band – über drei Jahrzehnte und in millionenfacher Ausführung. Heute fertigt Volkswagen Sachsen im Werk Mosel Elektrofahrzeuge und führt die über hundertjährige Tradition ins Zeitalter der E-Mobilität. Im August-Horch-Museum, untergebracht in den originalen Fertigungshallen, lässt sich diese einzigartige Reise vom Horch-Luxuswagen bis zum modernen Volkswagen hautnah erleben.

Die Stadt der Romantik

Am 8. Juni 1810 wurde am Zwickauer Hauptmarkt Robert Schumann geboren, einer der bedeutendsten Komponisten der Romantik. Sein Geburtshaus beherbergt heute die weltweit größte Sammlung von Originalhandschriften Robert und Clara Schumanns – Museum, Forschungsstätte und Konzertsaal in einem. Dass ausgerechnet die Stadt der Motoren auch die Stadt der Romantik ist, gehört zu den charmanten Widersprüchen, die Zwickau so besonders machen.

Und die Liste prominenter Söhne ist damit nicht zu Ende: Auch der Maler Max Pechstein, einer der großen deutschen Expressionisten, und der Schauspieler Gert Fröbe – als „Goldfinger" der wohl bekannteste Bond-Bösewicht der Filmgeschichte – stammen aus Zwickau beziehungsweise der unmittelbaren Umgebung.

Historisches Herz mit Zukunft

Die liebevoll sanierte Altstadt gruppiert sich um den Dom St. Marien, dessen 88 Meter hoher Turm das Wahrzeichen der Stadt ist. Gleich daneben stehen die Priesterhäuser aus dem 13. Jahrhundert – das vermutlich älteste erhaltene Wohnhausensemble Deutschlands. Das spätgotische Gewandhaus, einst Handelshaus der Tuchmacher und heute Theater, das Kornhaus als Stadtbibliothek und das Jugendstiljuwel Johannisbad erzählen von Jahrhunderten bürgerlichen Stolzes. In der Reformationszeit spielte Zwickau eine bedeutende Rolle – 2016 wurde die Stadt als „Reformationsstadt Europas" ausgezeichnet, die Katharinenkirche trägt das Europäische Kulturerbe-Siegel.

Der Steinkohlenbergbau, der die Stadt über Jahrhunderte reich machte, ist zwar seit über 40 Jahren Geschichte – der Bergmannsgruß „Glück auf!" gehört aber bis heute zum guten Ton, und die traditionelle Bergparade im Advent zieht Jahr für Jahr Tausende Gäste an.

Mit der Westsächsischen Hochschule verfügt Zwickau zudem über eine Bildungseinrichtung mit Tradition seit 1862 und rund 5.000 Studierenden – viele davon künftige Ingenieure, die den Erfindergeist der Stadt weitertragen werden. Zwickau war immer eine Stadt, die aus Ideen etwas gemacht hat. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.

Quellen

  • Stadt Zwickau (www.zwickau.de)
  • Tourismusregion Zwickau / Zeitsprungland (www.zeitsprungland.de)
  • Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (www.sachsen-tourismus.de)
  • Robert-Schumann-Haus Zwickau (www.schumann-zwickau.de)