Vom Tuch zum Lastwagen
Schon im 14. Jahrhundert war Werdau ein Zentrum der Tuchmacherei, begünstigt durch die Lage an der alten Handelsstraße von Reichenbach über Altenburg nach Leipzig. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich daraus eine bedeutende Textilindustrie, ergänzt durch Maschinenbau, Feinmesstechnik und Fahrzeugbau. Im Kraftfahrzeugwerk „Ernst Grube" wurden zu DDR-Zeiten Lastwagen gebaut – der legendäre S4000 lief hier vom Band, und auch der W50, das Arbeitstier der DDR schlechthin, wurde in Werdau entwickelt. Man kann also mit Fug und Recht behaupten: Was in dieser Region auf vier Rädern fährt, hat oft Werdauer Wurzeln.
Der Strukturwandel nach 1990 hat die Stadt hart getroffen – die Textilindustrie ist Geschichte. Aber Werdau hat sich neu erfunden: Heute prägen mittelständische Betriebe aus Metallverarbeitung, Maschinenbau und Zulieferindustrie das Wirtschaftsleben, und die hervorragende Verkehrsanbindung – die A 4 in unmittelbarer Nähe, das Bogendreieck als Eisenbahnknoten und seit 2013 die S-Bahn-Anbindung bis nach Leipzig und zum Flughafen Leipzig/Halle – macht den Standort attraktiv.