Die Stadt Werdau

Landwehrgrund WDA

Tuchmacherstadt an der Pleiße

Die Große Kreisstadt Werdau liegt malerisch an der Pleiße – ihr Name bedeutet nichts anderes als „Uferaue", und genau so fühlt sich die Stadt zwischen Fluss und Werdauer Wald bis heute an. Rund 20.000 Menschen leben in Werdau und seinen Ortsteilen Königswalde, Langenhessen, Leubnitz und Steinpleis. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Stadt 1304, das Stadtrecht soll sie bereits 1298 erhalten haben – Werdau ist also seit über 700 Jahren Stadt und hat in dieser Zeit einiges erlebt.

Vom Tuch zum Lastwagen

Schon im 14. Jahrhundert war Werdau ein Zentrum der Tuchmacherei, begünstigt durch die Lage an der alten Handelsstraße von Reichenbach über Altenburg nach Leipzig. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich daraus eine bedeutende Textilindustrie, ergänzt durch Maschinenbau, Feinmesstechnik und Fahrzeugbau. Im Kraftfahrzeugwerk „Ernst Grube" wurden zu DDR-Zeiten Lastwagen gebaut – der legendäre S4000 lief hier vom Band, und auch der W50, das Arbeitstier der DDR schlechthin, wurde in Werdau entwickelt. Man kann also mit Fug und Recht behaupten: Was in dieser Region auf vier Rädern fährt, hat oft Werdauer Wurzeln.

Der Strukturwandel nach 1990 hat die Stadt hart getroffen – die Textilindustrie ist Geschichte. Aber Werdau hat sich neu erfunden: Heute prägen mittelständische Betriebe aus Metallverarbeitung, Maschinenbau und Zulieferindustrie das Wirtschaftsleben, und die hervorragende Verkehrsanbindung – die A 4 in unmittelbarer Nähe, das Bogendreieck als Eisenbahnknoten und seit 2013 die S-Bahn-Anbindung bis nach Leipzig und zum Flughafen Leipzig/Halle – macht den Standort attraktiv.

Rathaus Werdau

Kleine Stadt, große Premieren

Werdau kann mit einigen Überraschungen aufwarten. Die vielleicht schönste: 1846 wurde hier die erste Turngemeinde Sachsens und des gesamten deutschsprachigen Raumes gegründet. Der Sport hat in Werdau also nicht nur Tradition – er hat hier gewissermaßen mit angefangen.

Sehenswert ist das prächtige Rathaus, das 1911 im Beisein des sächsischen Königs eingeweiht wurde. Von der Aussichtsplattform seines 59 Meter hohen Turmes reicht der Blick weit über die Stadtgrenzen hinaus. Weit über die Region bekannt ist das Stadt- und Dampfmaschinenmuseum mit seiner Dampfmaschine von 1899, der Museumsgartenbahn und der Sammlung Fraureuther Porzellans. Und dann ist da noch das wohl eigenwilligste Wahrzeichen der Region: die Annoncenuhr in der August-Bebel-Straße – eine historische Litfaßsäule mit Uhr, wie es sie kaum noch irgendwo gibt. Andere Städte haben einen Fernsehturm, Werdau hat eine Annoncenuhr. Auch das ist eine Form von Understatement.

Natur vor der Haustür

Der Werdauer Wald, eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Westsachsens, lädt zum Wandern und Radfahren ein – inklusive Führungen entlang des historischen Flößergrabens, über den einst Holz bis nach Leipzig transportiert wurde. Wer Erholung sucht, findet sie hier direkt vor der Haustür.

Werdau ist eine Stadt, die nie laut auftrumpfen musste, um etwas zu leisten – eine Stadt der fleißigen Hände, der Vereine und des Zusammenhalts. Genau diese Mischung aus Bodenständigkeit und Tatkraft macht sie zu einem unverzichtbaren Teil unserer Region.

Quellen

  • Stadt Werdau (www.werdau.de)
  • Tourismusregion Zwickau / Zeitsprungland (www.zeitsprungland.de)
  • Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen (www.statistik.sachsen.de)