Lorelai Jan

Von Lorelai Neef, Schülerin der 12. Klasse im Julius-Motteler-Gymnasium

verfasst am 17.07.2026

Als wir im Oktober 2025 unser Schulprojekt über Deepfakes starteten, ahnte ich nicht, dass mich dieses Thema plötzlich in den Sächsischen Landtag führen würde. Die Unterstützung von Jan Löffler öffnete mir eine Tür, durch die ich vorher nur neugierig hindurchgelugt hatte. Die direkten Einblicke ließen mein politisches Interesse sprunghaft wachsen – und zum ersten Mal tauchte der Gedanke auf, später vielleicht Politikwissenschaft zu studieren. Genau deshalb entschied ich mich, in den Sommerferien ein zweiwöchiges Praktikum bei Herrn Löffler, Mitglied des sächsischen Landtags, zu absolvieren.

Zu Beginn stellte ich mir vor, viel im Büro zu sitzen, Akten zu sortieren und den politischen Alltag aus sicherer Entfernung zu beobachten. Doch schon am ersten Tag wurde klar: Politik findet selten nur am Schreibtisch statt. Ich durfte Herrn Löffler zu Gesprächen und Treffen begleiten – mit Unternehmern, Politikerinnen und Politikern sowie verschiedenen Interessengruppen. Manchmal fühlte es sich an, als würde ich mitten in einem politischen Drehbuch stehen, nur ohne Kamera.

Auch außerhalb des Landtags gab es spannende Momente: ein Spatenstich, der überraschend feierlich wirkte, oder die Besichtigung möglicher Förderprojekte, bei denen man direkt sieht, wie politische Entscheidungen später ganze Orte verändern können. Politik war plötzlich nicht mehr abstrakt – sie war greifbar, manchmal sogar wortwörtlich, wenn man direkt vor Ort auf einer zukünftigen Baustelle steht und sieht, wo schon bald Neues entsteht.

Trotz des vollen Terminkalenders war die Atmosphäre im Team erstaunlich locker. Ich wurde herzlich aufgenommen, konnte jederzeit Fragen stellen und bekam sogar Einblicke hinter die Kulissen, die man in keinem Lehrbuch findet. Und ja – an einem besonders warmen Sommertag gehörte auch eine kurze Pause bei McDonald’s für ein Eis dazu. Einfach mal kurz durchatmen und die Hitze vergessen. Diese kleinen Momente haben mir gezeigt, dass politische Arbeit nicht nur aus Verantwortung besteht, sondern auch aus Menschlichkeit.

Landtagsabgeordnete zu begleiten, bedeutet zu sehen, dass dieser Beruf keine festen Arbeitszeiten kennt. Entscheidungen, Gespräche, Termine – all das endet nicht automatisch um 16 Uhr. Es ist eine Berufung, die man lebt, nicht nur ausübt.

Diese zwei Wochen haben meinen Blick auf Politik erweitert und meinen Studienwunsch bestärkt. Für mich waren sie ein wichtiger Schritt, um herauszufinden, wie politische Arbeit wirklich funktioniert – und welche Rolle ich mir darin eines Tages vorstellen könnte.